Präsidiale Worte
Kompass 2015 (geschrieben Mai 2015) - Montag, 20. Juni 2016
Die Methodik, uns in erster Linie zu fragen: was ist der Mehrwert einer Mitgliedschaft beim YCB oder etwas abstrakter formuliert: wohin wollen wir mit dem YCB, konfrontiert uns an jeder Vorstandssitzung mit der Frage nach den Zielen. Im Rahmen des Vollzugs der vor 3 Jahren definierten strategischen Stossrichtung 2020 setzen wir uns 2010 Ziele. Zur Vorbereitung der jährlichen Hauptversammlung setzen wir uns Jahresziele. An den monatlichen Vorstandssitzungen planen wir die Aktivitäten. Die mittelbaren Effekte beurteilen wir deshalb jeden Monat (Anzahl Ein- und Austritte, Regattaerfolge, Materialzustand, Teilnehmerzahlen an Cruiserveranstaltungen usw.). Den mittelbaren Effekt können wir jährlich beurteilen (Jahresrechnung, Bilanz, Zieldefinition, Zielerreichung). Die langfristigen Auswirkungen waren die Motivation, überhaupt eine Strategie zu definieren. Mitte 2015 ist Halbzeit und wir werden im 2016 überprüfen, ob wir mit dem YCB noch auf Kurs sind, aber auch, wie wir die Crew am Steuerstand ablösen und ergänzen können.

Obschon wir älter und älter werden, versuchen wir einen humorvollen Abstand zu unseren eigenen Vorstellungen zu wahren! Europa rief für 2014 das Europäische Jahr der Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben aus. Das freiwillige Engagement stösst jedoch an seine Grenzen. Die Herausforderung, für die zahlreichen Chargen in einem Sportverein beanspruchbares und kompetentes Personal zu fi nden, wurde nicht kleiner. Mit einer Neudefi - nition der Bezeichnung der Vorstandsfunktionen sind diese noch lange nicht mit motiviertem Personal besetzt. Wir stehen jährlich vor dem Dilemma, eine oder mehrere Vorstandschargen nicht besetzen zu können. Es wird eine vordringliche Aufgabe des neuen (alten) Vorstandes 2015 sein, die Vakanzen mit motivierten Mitgliedern zu besetzen und auf die voraussehbaren Abgänge bereits Nachfolgen aufzubauen.

Nach zwei Jahren Stillstand in Sachen Investitionen, fallen Ende 2014 gleich in drei Bereichen Ersatzinvestitionen an: das von der Vaurien-Flotte jahrelang gratis ausgeliehene Trainerschiff musste verschrottet werden, weil eine Reparatur nicht lohnend war. Ein Jahr lang stellte Gebi ein Schiff ersatzweise gratis zur Verfügung. Nun, zur HV 2015 beantragt der Vorstand einen adäquaten Ersatz nämlich einen VSR mit einem meertauglichen 40 PS Yamaha-Motor und einem geeigneten Trailer.

Der Beschluss des Vorstands des Yachtclub Bielersee, das Vereinsjahr mit dem Ende des jeweiligen Kalenderjahres abzuschliessen und ein gutes Dutzend Bank- und Postkonti auf deren zwei zu reduzieren, hat sich mehr als bewährt. Heute können die Finanzen des YCB transparent verfolgt und gesteuert werden. Wir können der Hauptversammlung deshalb mit gutem Gewissen ein neues Trainerboot und zwei Segel schiffe für unsere Junior/innen beantragen, weil wir die finanziellen Mittel bereitgestellt haben und somit unsere Immobilien und Mobilien nicht nur abschreiben, sondern auch eine Substanzerhaltung pflegen können. Für die Finanzierung der Schiffe können wir zudem von kantonalen Subventionen profitieren.

Und zu guter Letzt kommt es auch bei der technischen Ausrüstung für Kommunikation auf dem See zu einem Generationen Wechsel; der Vorstand beantragt der Hauptversammlung, die bisherigen analogen 10-jährigen Funkgeräte durch digitale Geräte der neueren Generation auszutauschen. Die neue Generation kostet ziemlich genau die Hälfte der seinerzeit von Beat Merz kostengünstig gekauften Geräte. Der entsprechende Antrag wird an der HV am 13.03.2015 gestellt.

Mit einem Inserat in unserem Informationsblatt „Info“ und auf der YCB-Website www.ycb.ch unterstützen die Firmen den Segelsport der Dreiseenregion. Es ist immer wieder gelungen, aus dem Reservoir an jungen motivierten Segelsportlern Talente zu fördern, die auf nationalem und internationalem Niveau Spitzenresultate erreichen. Christoph Christen wurde 2013 Schweizer Meister in der Finn-Klasse. Philippe Pittet wurde 2014 in der 420er Schweizer Meister. Einige Ausnahmetalente sind heute Berufssegler. Ein Grossteil bleibt Mitglied des YCB und engagiert sich für die verschiedenen immer anspruchsvolleren Aufgaben.

Die Energiedebatte hat jetzt die Eidgenössischen Räte erreicht, in einer Zeit in der das Erdöl und die Strompreise ein Jahrhunderttief erleben. Die Kehrtwende nach den Ereignissen in Fukushima hat deshalb deutlich an Dynamik verloren. Kein Grund unsere Mobilitätsansprüche nun ins grenzenlose wachsen zu lassen oder aber mit Intelligenz und Innovation diese mit erneuerbarer Energie zu erfüllen.

Für das Seglen nutzen wir in erster Linie die Windenergie. Zur Begleitung von Regatten nutzen wir aber auch Motorboote. Der YCB hat schon vor vier Jahren auch für diesen Bereich auf erneuerbare Energie gesetzt und nutzt auf dem Bielersee regelmässig das mit Solarenergie aufl adbare Startschiff Bill&Fabienne. eForce hat 2014 eine erste Flotte von 12 elektrischen 18-Tonnen LKW's gebaut. Dieselben Batterien, die diese LKW's versorgen werden derzeit in Biel in einer Versuchsanlage mit Solarenergie geladen. Von Frühling bis und mit Herbst ist das mit einer entsprechend dimensionierten Anlage von rund 20 KWp problemlos möglich. Es wird also nicht 2020 werden, bis auch die hohe Mobilität der Regattasegler/innen mit Solarenergie bewerkstelligt werden kann. Die benötigte Reichweite kann schon heute mit einem Serienwagen wie einem Tesla S erreicht werden; mit dem vierradbetriebenen SUV Tesla X kann ab 2015 sogar die benötigte Zugkraft für Anhängerfahrten bereitgestellt werden. Es ist also absehbar, dass noch innerhalb des strategischen Ziels eines schonenden Umgangs mit Umwelt für den Bereich Regattasegeln ausserhalb des Reviers der drei Seen erfüllt werden kann.

Andreas Sutter


 
Jahresbericht 2015 (geschrieben Februar 2015) - Montag, 20. Juni 2016
Der Yachtclub Bielersee ist ein aktiver Verein. Es gibt viele intakte Zellen, die die Ideale des Segelsports leben. Unsere Mitglieder genies sen das Angebot und engagieren sich wenn Anlässe organisiert werden. Aber wir haben ein Personalproblem. Für die wichtigsten Chargen lassen sich unsere Mitglieder nur mit grösster Mühe motivieren.

Vor gut zwei Jahren ist es um fünf vor Zwölf gelungen, einen Finanzspezialisten als Nachfolger des altbewährten René Wüthrich zu gewinnen. Dank Rolf Vogt sind die gesunden Finanzen nun in guten Händen. Vor drei Jahren hatten wir keinen Boots- und vor zwei Jahren auch noch keinen Materialverantwortlichen. Heinz Jakob ist in die Bresche gesprungen. Nach dem Rücktritt von Peter Gebistorf sah es für das Optitraining düster aus. Nur dank dem Einsatz zahlreicher motivierter junger Segler/innen konnte das Optitraining und das Juniorentraining durchgeführt werden. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Koni Schüpbach wächst die Finn-Szene und konnte sogar eine Rangliste der Mittwoch Regatten erstellt werden. Heute muss der Vorstand nebst der langjährigen Vakanz bei einem Flottenchef der Motorbootsführer auch das Clubhaus als Waisenkind präsentieren. Es konnte niemand überzeugt werden, sich für diesen interessanten Job zu engagieren.

Trotz einer meteorologisch eher durchzogenen Saison 2014 kamen alle Seebenutzer/ innen auf ihre Rechnung. Entgegen der subjektiven Einschätzung liegen die Temperaturen des Jahres 2014 mit rund 0.5 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt. Der Winter 13/14 fand nicht statt, der Winter 14/15 dauerte bisher zwei Mal eine Woche. Die Cruiser trafen sich öfters denn je und zeitweise waren beide Clubhäuser in Wingreis und im Rusel ausgelastet. Ob das so bleiben wird, steht nach dem de- finitiven Rückzug von Jörg Ramseier noch nicht fest. Ihm, als Ehrenmitglied, gehört ein Riesendank für seinen jahrelangen Einsatz und es ist zu hoffen, dass sich ein Netzwerk wird bauen lassen, damit das Clubhaussitting auch 2015 seine Fortsetzung findet.

Es ist gelungen die Organisation, die Infrastruktur und das Material des YCB auf ein hohes Niveau zu bringen. Die Finanzen sind transparent und kerngesund. Trotzdem lieb- äugelt Swiss Sailing mit höheren Erträgen und höherem Mitteleinsatz für Projekte auf internationalem Niveau und zu Gunsten des Breitensports. Das Vorhaben, für alle aktiven Segler/innen eine Lizenz einzuführen, die die Teilnahme an Regatten erlauben würde, die mit der bisherigen Mitgliederkarte auch möglich war, ist vorerst gescheitert. Das direkte Inkasso dieser Lizenzgebühren durch Swiss Sailing war an der GV 2014 zudem hochumstritten und hätte ausserdem einen Grossteil der geplanten Mehreinnahmen einem Softwarelieferanten zugespielt.

Auch der YCB möchte mehr Mittel zu Gunsten motivierter Leistungssportler/innen generieren. Diese müssten zudem auch die Trainingsstrukturen der Region (Fédération de voile des lacs jurassiens, FVLJ) alimentieren. Der YCB kann aus den derzeitigen Erträgen (Beiträge, Clubhaus und Regatten) seine zahlreichen aktuellen Aktivitäten fi nanzieren. Junge Seglerinnen und Segler und deren Familien können nur in seltenen Fällen noch mehr be lastet werden; diese schlagen schon heute in den Familien budgets mit 5-stelligen Beträgen zu Buche. Wachsen die Ansprüche des Verbandes und der Fédération weiter, ohne dass eine deutliche Erhöhung des Mitgliederbestandes erfolgt, bleibt die Überwälzung der Kosten auf die heutigen Mitglieder. Dagegen wehrt sich der Vorstand, denn damit würde das zwar attraktive Angebot des YCB für viele zu teuer und ein Mitgliederschwund wäre die unvermeidliche Folge.

Sponsoren im Sinne des Begriffs gibt es im Segelsport praktisch keine. Wenn ein Geldgeber einen messbaren Return erwartet (und weder Ausrüster, noch Medienunternehmer, noch Versicherer) ist, wird er sein Geld in eine andere Sportart investieren. Ausnahmen bestä- tigen die Regel. Umso dankbarer sind wir unseren Inserent/innen, die uns seit Jahren einen schönen Beitrag zukommen lassen. Sie bezeugen mit einem für einen erfolgreichen Unternehmer verkraftbaren Betrag ihre Solidarität mit dem Segelsport und ermöglichen uns eine ausgeglichene Rechnung. Ihr Engagement ist ebenfalls nicht direkt messbar. Darum an dieser Stelle der Aufruf an alle: wenn ihr ein Angebot (oder eine Dienstleistung) bei einem Clubmitglied entdeckt, das euch interessiert, lasst doch offerieren. Klickt via Website des YCB auf die Homepage der inserierenden Anbieter. Alle unsre Inserenten zeigen mit ihrem Solidaritätsbeitrag, dass sie Produkte von hoher Qualität zu liefern bereit sind.

Das Vorzeigebild 2014 sind die sportlichen Erfolge unserer Athleten. Eine kontinuierliche Aufbauarbeit zeigt Früchte. Highlight der Saison 2014 war der Schweizermeistertitel von Philippe Pittet auf dem 420er und der ausserordentliche Sieg der Crew mit Nils Frei bei den Extreme Sailing Series auf den Forties. Herzliche Gratulation!

Der Vorstand des YCB ist auf Zielkurs.
Die Mission: Der YCB übernimmt eine führende Rolle für nautische Anlässe am Bielersee.
Die Strategie YCB 2010 – 2020:

  • Der YCB fördert den aktiven Segelsport und weitere Wassersportaktivitäten
  • Jedes YCB – Mitglied erkennt in seiner Mitgliedschaft einen Mehrwert
  • Der YCB setzt sich für einen schonenden Umgang mit der Umwelt ein
  • Der YCB passt seine Strukturen dem Wandel der Zeit an

Um die strategischen Ziele des YCB 2020 zu erreichen, schlug der Vorstand an der Hauptversammlung
Ziele und Schwerpunkte für 2014 vor und erreichte diese wie folgt:

Ziele 2014  Zielerreichung 
Der YCB organisiert mindestens einen nationalen Anlass (SM, Punktemeister-schaft) sowie regelmässig Trainingsregatten.  Der YCB organisierte bereits im Mai und in Zusammenarbeit mit Sailability die Segelregatten im Rahmen der Special Olympics, vom 18. bis 20. September die 470er Schweizer Meisterschaften und mit der Initiative des kommunikativ versierten Könu Schüpbach regelmässig Trainingsregatten, die sogar eine Saisonwertung erlaubten. Die beiden traditionellen Regatten Yellow Submarine und Red Eye der Cruiser sowie die Bergluftwoche erfreuten sich einer stolzen Beteiligung.
Der YCB organisiert mindestens drei Anlässe, wovon mehrere mit einem Ausbildungsziel aus den Bereichen Sicherheit, Ökologie, Schiffstechnik, fahrerisches Können usw.  In Zusammenarbeit mit den Cruisern hat ein Fachworkshop (über elektrische Systeme an Bord) und mit dem Rettungsdienst Bielersee eine ganztägige Rettungsübung in Zusammenarbeit mit den RDB stattgefunden. Vorträge über Segelturns in Skandinavien von Helene und Toni Trösch sowie Griechenland von Corinne und Philippe Morand, Peter Tanner, Vreni und Ueli Schmid , eine Rettungsübung, die regelmässige Organisation der Pasta Bar, Clubhouse-Sitting, aber auch eine aktive Shantycrew und Turnerequipe zeigen auf, dass dieses Ziel deutlich übertroffen wurde.
Transparente Finanzen dienen der mittelfristigen Planung der YCB-Aktivitäten.  Es brauchte die Aufl ösung von 13 Bank- und Postkontis und rund 2 Jahre Überzeugungsarbeit um eine grösstmögliche Transparenz in die YCB – Finanzen zu bringen. Auf dieser Basis lassen sich die künftigen YCB-Aktivitäten im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen planen.
Eine Diskussion über die Zukunft (inkl. Standorte und Adressen) des YCB 2020 ist im Gange.  Die Diskussion konnte anlässlich eines Inputmeetings mit der Generalplanerin Mobimo (zuständig für das Projekt Agglolac) angestossen werden.
Aktualisieren der Kommunikationsprozesse Dieses Ziel wurde zwar erreicht, aber das Resultat zeigt, dass, weitere Konkretisierungsschritte in Richtung eines umsetzbaren Kommunikationskonzepts inkl. Massnahmen anstehen.

An dieser Stelle dankt der Vorstand allen Mitgliedern, Freund/innen und Kolleg/innen für ihren Einsatz, allen voran den Regattaleitern und Jörg Ramseier für ihren grossartigen Einsatz. Ich danke Christine für ihr Wirken im Kommunikationsbereich und allen Vorstandsmitgliedern, die alle mit Akribie ihren Bereich erfolgreich ausgestaltet und damit das vergangene Jahr geprägt haben. Zudem ist es mit ihrem freiwilligen d.h. unentgeltlichen Einsatz gelungen, ein ausgeglichenes finanzielles Ergebnis mit stabilen Eigenkapital zu erzielen.

Die Ziele des YCB-Vorstandes für 2015 

  1. Der YCB organisiert mindestens einen nationalen Anlass (Schweizer Meisterschaft, Punktemeisterschaft) sowie regelmässig Trainingsregatten.
  2. Der YCB organisiert mindestens drei Anlässe, mindestens einen mit einem Ausbildungsziel aus den Bereichen Sicherheit, Ökologie, Schiffstechnik, fahrerisches Können usw.
  3. Die Diskussion über die Zukunft (inkl. Standorte und Adressen) des YCB 2020 wird auf konkrete Projekte fokussiert. Der YCB interessiert sich aktiv um eine sichtbare Adresse im unteren Bielerseebecken.
  4. Die Kommunikationsprozesse werden weiter konkretisiert in Richtung eines umsetzbaren Kommunikationskonzeptes inkl. Massnahmen (wie neues Info und ausgebauter Webauftritt).
  5. Die Nachfolgen aller Schlüsselpositionen im Vorstand sowie für die Organisation von nautischen Anlässen sind geklärt.

Andreas Sutter